Jogis musikalischer Werdegang

Mit zwölf Jahren, begeistert durch einen Film mit Louis Armstrong, begann ich in der Badewanne auf den Händen trompetenähnliche Töne zu erzeugen. Dank meiner Mutter, die mich damals bei einem Blasorchester anmeldete, durfte ich dieses Instrument dann dort erlernen.

Erst Tenorhorn mit up ta, up ta Betonung auf ta ohne up, dann (da ich mich mehr für die Melodie eines Liedes interessierte) folgte die Trompete. Mit meinem damals besten Freund Martin, der Klavier lernte, begannen die ersten Gehversuche im Bereich des gemeinsamen Spielens und Improvisierens.

Musik fing an ein Teil meines Lebens zu werden. Später folgten dann gemeinsame Kompositionen und Bandprojekte. Heute bekomme ich beim Versuch dem Blechblasinstrument Klänge zu entlocken dicke Lippen. Kann ganz schön schmerzen. Aber irgendwann werde ich bestimmt nochmal eine dicke Lippe riskieren.

Als ich in die Pubertät kam überraschten mich die E-Gitarrenklänge, die der damals vier Jahre ältere Günther aus seinem Instrument herausholte. Er spielte etwas von der Band Accept, glaube ich zu erinnern. Wahnsinn, dieser verzerrte Klang.

Das Trompetespielen erschien mir nun auf Grund meines Erwachsenwerdens uncool und ich kaufte mir, durch Nebenjobs finanziert, eine gebrauchte E-Gitarre sowie einen uralten Verstärker. Sie hängt heute noch, nach diversen Umgestaltungen, als Zierde an meiner Wand im Wohnzimmer. Rock on!

Mit 16 Jahren hätte ich fast alles verkauft, da ich mit einer 80er durch die Gegend brettern wollte, so wie meine damaligen Kumpels. Aus heutiger Sicht wollte zum Glück niemand das alte Zeug haben und ich blieb der Musik treu.

Ach ja, zwischendrin kaufte ich mir noch von meinem Konfirmationsgeld ein altes Schlagzeug, mit echten Lederfellen, echt retro. Warum weiß ich heute nicht mehr. Zumindest kann ich die Grundrhythmen nun spielen und für Aufnahmen nutzen. Und das Trommeln in Gruppen oder als Therapieangebot ist schon eine tolle Sache.

Da ich es gewohnt war, auf der Trompete einzelne Töne zu erzeugen, übertrug ich die Spielweise auf meine Gitarre und wurde dadurch schnell zu einem Leadgitarristen in einer Rockband. Meine Eltern baten mich des Öfteren, nach der stürmischen Aufsuche meines Zimmers, mit dem Katzengejammer aufzuhören. Nö, ich machte weiter.

Nachdem mich dann Gitarrenschüler aufsuchten, fing ich an Harmonielehre zu pauken. Ich wollte ja nun erklären können, was ich da mache. Vorher reichten mir das Hören eines Liedes und ich konnte es aus dem Bauch spielen.

Begleitet wurde ich stets von meiner Akustikgitarre, auf der mich Gezupftes faszinierte und ich überall die Möglichkeit hatte zu musizieren und zu komponieren.

Irgendwann bekam ich dann noch Lust Saxophon zu spielen. Erst Tenor und dann Alt. Man konnte es wunderbar in Songs integrieren und Abwechslung im Solobereich schaffen. Als damaliger Zivildienstleistender in einer Kirchengemeinde, hatte ich die Möglichkeit in der großen Kirche auf der Empore zu üben. Was für ein Klang. Bekomme noch heute eine Gänsehaut, wenn ich an diese Zeit zurück denke. Leider kamen dann finanzielle Engpässe und ich musste mich von diesen Instrumenten trennen. Sollte es mal ein gutes Angebot geben, wird eines sicherlich wieder zu meiner Sammlung gehören.

Dann trat Thomas als Sänger in unsere damalige Band ein. Er war ein super Elvisinterpret, der seinen eigen Stil hatte, aber aus meiner Sicht noch kein Rocksänger war. Er ist mir nicht böse, wenn ich das so schreibe, denn wir trafen uns nach Jahrzehnten wieder und treten seit dem geimeinsam mit dem Duo „Tojo“ auf. Rock`n Roll, natürlich mit viel Elvis.

Aus Spaß machten wir damals eine Aufnahme von „I shot the Sheriff“, auf der ich den Singsang übernahm. Es führte dazu, dass ich von meinen Bandmitgliedern angehalten wurde auf einem Bikergottesdienst ein paar Gesangsparts zu übernehmen. Jogi Cocker was born.

Seit dem gehört auch das Singen zu mir und meine Stimme hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Ob auf der Bühne oder mit anderen Menschen (ich liebe Karaokeveranstaltungen), Singen befreit, bringt die Seele nach aussen und bereitet einfach nur Freude.

Als ich dann eine Ausbildung zum Heilpädagogen absolvierte, hatte ich meinen Fokus auf den Bereich Musikpädagogik/Musiktherapie gerichtet. Ich lernte Musik auf eine ganz andere Art kennen. Wirkungen auf unsere Wahrnehmung, Motorik, Emotion, Sozialverhalten, Kognition und Sprache. Wow, toll was Musik alles mit uns macht und auch verändern kann.

Zum Komponieren und Homercording nutze ich noch ein E-Piano und ein Keyboard.

Als Leitungskraft in der Behindertenhilfe war Musik immer ein großer und wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit für mich. Viele Erfahrungen durfte ich so sammeln.

Aufgrund einiger Trauerfälle im Familien- und Freundeskreis, sowie des Scheiterns meiner Ehe, rutschte ich in ein Lebenstief und zog mich immer mehr zurück (Trockener Rotwein war mein Fallschirm und mein Rettungsboot). So konnte es nicht weiter gehen. Ich traf den Entschluss etwas Grundlegendes in meinem Leben zu verändern. Der Musik gab ich nun immer mehr Raum und siehe da… ich bin zufrieden und es geht mir einfach gut!!!

„Eigene Wege sind schwer zu beschreiben, sie entstehen ja erst beim Gehen!“

(Heinz Rudolf Kunze)

Der Zeit spiele ich in einer Akustikcombo überwiegend eigene Songs aus Spaß am Musizieren und trete mit dem Duo „Tojo“ gelegentlich auf.

Als „Stubenmusiker“ gebe ich auch gern alleine etwas zum Besten.